Kommunikation von Gestaltungsfaktoren. Ganzheitlich vernetzte Repräsentation im Entwurfsprozess

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Autoren
Verleger Diplomica
Erscheinungsdatum: 2016
Sprache: GER
Einband: Hardback
Seitenzahl: 320
Einstufung: Problemlösen | Designentwurf
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Textprobe:
Kapitel 3.3, Repräsentation von Wissen:
Für den gemeinschaftlichen Entwurf kann auf eine explizite Wissensrepräsentation nicht verzichtet werden, deren Grundlage die implizite, individuelle Wissensrepräsentation darstellt. Wissen sichtbar zu machen, um es besser in Anspruch nehmen, diskutieren, bewerten und managen zu können, ist ein seit jeher bestehendes Ziel im Wissensmanagement (vgl. z. B. Eppler & Burkhard, 2007: 112). Explizite Wissensrepräsentation macht individuell repräsentiertes Wissen im Entwurfsprozess verfügbar und dient so der Modellierung von Zusammenhängen und zukünftigen Situationen.
3.3.1, Zukunft modellieren:
Gestaltung ist zukunftsorientiert. Nach Simon (1996: 111) gestaltet jeder, der durch Handlungen existierende Situationen in bevorzugte Situationen verwandelt. Jonas (2007: 200) bezeichnet allerdings das Befassen mit dem Zukünftigen, mit dem, was noch nicht ist, gleichzeitig auch als größtes erkenntnistheoretisches Problem in der Designdisziplin. Denn es ist zwar möglich, eine Vorstellung der Zukunft zu entwickeln, jedoch kann diese aufgrund der Struktur von Designproblemen und vielen unbekannten Faktoren niemals eindeutig sein. Insofern entwerfen Designer nach Krippendorff (2006: 29) lediglich Alternativen einer möglichen Zukunft, die allerdings nicht nur auf Ableitungen aus Gegenwart und Vergangenheit, sondern auch auf der Erkundung neuer Ideen beruhen. Dazu vergleichen sie die Alternativen bezüglich ihrer Wünschbarkeit und suchen nach veränderbaren Faktoren und Wegen zur Umsetzung dieser Alternativen.
Zur Beschreibung zukünftiger Situationen, die zur Beurteilung von vorgeschlagenen Designlösungen dienen, fehlt Designern eine exakte Sprache. Begreift man einen Lösungsentwurf im Designkontext als ein Modell einer möglichen, zukünftigen Realität (vgl. van Aken, 2005: 391), so können Modelle die Elemente einer repräsentierenden Designsprache bilden, die das Kommunikationsproblem zumindest teilweise lösen kann (vgl. Jones, 1992: 23). Modelle formulieren nicht nur konkrete Zusammenhänge, sie lassen auch Spielraum für Interpretationen, bieten Ansatzpunkte für Kommunikation und Diskussion und fungieren gleichzeitig als Lösungsartefakte auf dem Weg zum fertig gestalteten Produkt. Nach Bucciarelli (2002: 227ff.) sind Artefakte, und somit auch Modelle, im gesamten Entwurfsprozess aktive, linguistische Elemente einer Annäherung an das zu gestaltende Produkt und dienen dem wissensgebietsübergreifenden Austausch und der Definition wichtiger Aspekte. Der gemeinsame Wissensbildungsprozess sei dabei viel entscheidender als die Exaktheit der gemeinsamen Sprache. In dieser Funktion können Modelle auch zu Boundary Objects werden, sofern sie veränderbar sind.
'[...] the object of design is not a real object; it doesn't exist yet in
process. What does exist are things like charts, acronyms, sketches,
diagrams, models, mock-ups, last year's product line, specifications
written out in a contractual document, etc. These artifacts stand in
for the object of design' (Bucciarelli, 2002: 228f.).
Modelle können den ständigen Wechsel zwischen Abstraktion und Konkretisierung (vgl. Sanders & Stappers, 2008) abbilden, der besonders am Anfang eines Entwurfsprozesses ausgeprägt ist, und stellen daher eine geeignete Strategie dar, um mit der Unsicherheit von Designproblemen und Zukunftsgestaltung umzugehen. So beruhen Entwurfsprozesse zu großen Teilen auf der iterativen Modellierung von Designlösungen auf unterschiedlichen Konkretisierungsebenen. Modelle selektieren, setzen einen Fokus auf bestimmte Eigenschaften und Beziehungen, die so besser verstanden, diskutiert und visualisiert werden, während weniger wichtige in den Hintergrund treten (vgl. Cooper et al., 2007: 76; Dubberly, 2009: 56; McMenamin & Palmer, 1988: 37; Pahl et al., 2005: 205). Sie filtern interessante Eigenschaften ohne das Verständnis des Ganzen zu zerstören (vgl. Lim et al., 2008: 24) und machen damit Ko
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